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Heye's Society

28.09.2018
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Zum zweiten Mal konnten Gerhard Niessner und Dagmar Goldack von der Kulturgemeinschaft Vienenburg die hier beliebte Heye's Society mit Toni Ketterle, Kornett und Moderation; Achim Bohlender, Klarinette; Erwin Gregg, Posaune; Dr. Tino Rossmann, Klavier; Leopold Gmelch, Tuba und dem Chef Heye Villechner am Schlagzeug im restlos ausverkauften Kaisersaal begrüßen.

Ihr Programm mit Musik aus New Orleans und Chicago zwischen 1900 und 1930 traf voll den Publikumsgeschmack schon mit der einleitenden Erkennungsmelodie, dem Klarinettensolo von Alphonse Picou. Im typischen Stil des New-Orleans-Jazz gab das Kornett die Melodie über flott treibendem Schlagzeug vor. Posaune und Basstuba fundierten zusammen mit dem Klavier rhythmisch, während sich die Klarinette rasch zu zauberhaften Improvisationen erhob. Derart inspiriert ließen Gregg an der Posaune, Rossmann am Klavier und Ketterle am Kornett schon im „Sugar foot stump“ faszinierende Soli folgen, die in genussvoller Freude viele Gesichter erstrahlen ließen.

In diesen und den folgenden Stücken hatten alle Musiker weiten Raum ihre Gefühle in Improvisationen weit aufleben zu lassen, wie im „Way down Yonder“ (Storyville), wofür es ständigen Szenenapplaus gab.

Mit dem „Maple Leaf Rag“ ging's 1899 an die Wurzeln der damals noch nicht als „Jazz“ benannten Musik. Im synkopierten Rhythmus, der hart und knackig kommt, zeigte die „Society“ anfangs gern noch weiche Kanten. In der fesselnden Piano-Improvisation danach im „Entertainer“, ebenso von Scott Joplin, war der Ragtime ein absoluter Hochgenuss.

Große Namen aus der Zeit bis 1930 waren Perlen im Programm, wie der Westend-Blues von Louis Armstrong, der so herrlich bluesig ins Gemüt ging.

Immer wieder fanden die frohen, aufmunternden Gefühle ihren beglückenden Raum, wie im Trauermarsch „New Orleans-Function“ für Armstrong , der rasch fröhlich wurde.

Zu „Eh la bas“ sangen alle vor der Pause den Refrain gern mit. Evergreens wie „Creole love call“ von Duke Ellington mit Tuba-Solo, das „Puccini-Avalon“, in dem Bohlender seine Schwarzwurzel so herrlich jubilieren ließ, „Georgia on my mind“ in großem Fühlen der verführerischen Stimme von Rossmann, „Panama“ mit knackigen Breaks und besonders der Charleston „Ain't she sweet“ vom „fünften Beatle“ (Villechner) gesungen, zeugten von der großen Kunst dieser Vollblut-Jazzer.

Nach dem „Tiger-Rag“ von Nick la Rocca mit herrlichen Improvisationsideen über „Schiwago“, „La Paloma“ und den „weißen Schwan“ forderte der stehende Applaus Zugaben – „What a wonderful world“ ist doch diese Jazzmusik. Immer wieder. Großer Dank ging an Niessner und Goldack.

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Bericht und Fotos: Joachim Dürich